Ich habe an anderer Stelle schon die Verbindung zwischen der irischen Göttersage um die Tuatha de Danann sowie die indischen Aditya aufgezeigt. Auch J.R.R. Tolkien muss diese Verbindung gesehen habe, denn in seiner Elbischen Schrift Tengwar gibt es interessante Parallelen.
Es wird vielenorts vertreten, dass Tolkien sowohl bei Elben als auch bei den Dunedain, in deren Adern ebenfalls elbisches Blut fließt, an das Göttergeschlecht der Tuatha de Danann gedacht hat (und mit Einflüssen der Alben vermischte). Interessant wird, die Schrift eben dieser Elben zu untersuchen.
Die elbische Schrift ist, wie die links stehende generische Tengwar-Tafel zeigt, in sogenannte Temar und Tyeller eingeteilt. Die Tyeller sind eine Unterteilung der Konsonanten in harte Vokale (Plosive), Reibelaute (Frikative), Nasale, etc. Jede dieser Gruppen gibt es in mehreren Ausprägungen, da jeder von ihnen mehrfach gebildet werden kann. Dabei ändert sich nur der Punkt, an dem die Zunge den Gaumen bzw. die Zähne berührt oder auch die beiden Lippen sich berühren. Die Anordnung wählte Tolkien “von vorne nach hinten”, also im Fachjargon: dental, labial, palatal, velar, uvular, guttural, wobei die ersten beiden Temar I und II fest zugeordnet sind, die Verteilung der letzten beiden sich in seinen Schriften aber je nach Charakter der Schrift unterschiedlich gestaltet.
Eine ähnliche Anordnung der Vokalzeichen, allerdings mit fünf “Temar”, findet man an keiner unbedeutenderen Stelle als dem klassischen Sanskrit, der Schrift der Veden. Sie ist die Schrift der Sprache der Brahmanen, die den Druiden gleichzusetzen sind. Tolkien entlehnt diese Lautanordnung der Systematisierung der Devanagari-Schrift, die ein moderner Abkömmling der alten Brahmi-Schrift ist. Der Brahmi-Schrift sieht man diese Systematisierung noch wenig an, allerdings sind die damit umgeschriebenen Laute die selben.
Ausgehend von dieser Anordnung habe ich “recherchiert”, wie wohl die im deutschen Raum ansässigen Elben die Sprache der hiesigen Einheimischen wiedergegeben haben. Dabei sind vier Schrifftafeln entstanden, die ich auf dieser Seite mit euch teilen möchte. Für Nerds: Nothing But Yet Another Tengwar-Modus for German! Dieser Modus darf, falls sich irgend jemand irritiert fühlen sollte, gerne auf den südwestdeutschen Raum beschränkt werden. Die Sprache dieser Region zeichnet sich als sehr mundfaul aus, und die schriftliche Wiedergabe muss den vielen Verkürzungen, Auslassungen und Umlautungen Rechnung tragen, die im Hochelbischen ganz ungeläufig sind. Doch würde auch einem geübten elbischen Schreiberling bei der Wiedergabe dieser Sprache ohne die entsprechende Kurzschrift bald der Geduldsfaden reißen.
Der erste Bestandteil ist die Standardtafel mit der Anordnung der wesentlichen Laute, die sich an der oben gezeigten generischen Lautanordnung orientiert. Dem aufmerksamen Beobachter werden im ersten Temar die alten, heute nicht mehr gebräuchlichen Laute auffallen, die für die Wiedergabe der Laute der gemeinsamen, alten Sprache notwendig sind.
Im 10. Tyeller sieht man einen Anklang auf das, was später auf der Kurzschrift-Tafel erscheint: angehängte -t, die sehr häufig vorkommen, werden gerne in abgekürtzer Form wiedergegeben. Der dentale Halbvokal wird meist dazu verwendet, die Endung ”-en”, die in der hiesigen Sprache ebenfalls sehr häufig ist, gekürzt wiederzugeben.
Die zweite Tafel gibt die Umschrift der Vokale wieder, wobei hier den Verdopplungen (Längen) und Diphtongen ganz besonders Rechnung getragen werden muss. Neben der Verwendung langen Vokalträgers ist auch die Verdopplung des Diakriten üblich, insofern der zur Verfügung stehende Platz das zulässt. Die Umschrift der Vokale o und u mag den ein oder anderen Schriftkundigen ebenfalls an die Devanagari-Schrift erinnern. Der Diakrit für den Laut “a”, die drei Punkte, werden lokal auch oft als Caret wiedergegeben. In der Kurzschrift für ein langes “a” ohne Vokalträger wird der Vokal immer durch ein Caret wiedergegeben.
Auf der dritten Tafel schließlich finden sich die Besonderheiten bei der Wiedergabe von Konsonanten, die den hiesigen “Dialekt” für elbische Hochsprachler manchmal ein wenig schwierig und obskur zu lesen machen. Sie behandelt die Wiedergabe von angehängten -s und -t, die ansonsten in Tengwar nur für die Liquide “rd” und “ld” gebräuchlich waren. Auch von Bedeutung ist die häufig verwendete Nasalierung, die duch eine Schlangenlinie über dem Buchstaben wiedergegeben werden kann, und an manchen Stellen die Buchstaben “n” bzw. “m” ganz ersetzt. Ähnliches gilt für die Palatalisierung mit “j”, die durch zwei Punkte unterhalb des Buchstabens wiedergegeben wird. Diese Sonderzeichen können auch, im Regelfall aber nur innerhalb ein und derselben Silbe, kombiniert werden. Somit ist der Grundstein gelegt für die Entstehung einer für die Sprache angemessenen Kurzschrift bzw. Silbenschrift, wenn diese Zeichen zusätzlich durch die richtigen Vokal-Diakrite ergänzt werden, wie in Tyeller “r” schon deutlich zu sehen ist.
Die vierte und letzte Tafel gibt einige häufig verwendete Kurzformen oder Besonderheiten wieder, die von der Standard-Schrift abweichen. Folgen in der Umschrift der harten, hiesigen Sprache normalerweise die Vokale auf die Konsonanten, so weicht man bei den kurzen Personalpronomen häufig davon ab, um sich den führenden Vokalträger zu ersparen. Bei den Possesivpronomen ist es auch üblich, den Vokal zwischen zwei Konsonanten zu lesen, wenn der zweite der Konsonanten nur durch eine der Kurzschreibweisen gebildet wird, die dem eigentlichen Schriftzeichen angefügt wurden. Gewöhnungsbedürftig ist z.B. die Schreibweise von “mir”, oder auch “dir”. Die ungewöhnlicheren Formen tauchen natürlich auch häufig ausgeschrieben auf. Stehen zwei Vokalzeichen an einem Konsonanten, so wird das oben stehende Vokalzeichen meist vor, das darunter stehende nach dem Konsonanten gelesen. Manche Schreiber schreiben diese Vokalzeichen jedoch auch beide über das Vokalzeichen, wobei das linke vor, und das rechte nach dem Konsonanten gelesen wird.
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Hy,
wollt mal fragen ob man aus der “elbensprache” auch andere Sätze/Wörter bilden kann?
Wenn ja, kann mir da einer was übersetzen???
Wäre super…
Bitte um schnelle Antwort. Danke.
LG
Michael
— michael reuber Apr 5, 21:37 #
kannst du mir sagen wer mir den Namen meiner Kinder auf elbisch übersetzen kann Danke Gruss Susan
— susan Sep 27, 22:08 #
Könntest Du mir die Namen meiner Kinder ins Elbische übersetzen?
Danke Gruss Sandra
— Sandra Jan 31, 12:14 #