Wie die Süddeutsche Zeitung berichtet, wurde in Süddeutschland eine 6cm große Statuette aus Mammutelfenbein.
Meiner Meinung nach ist es nicht verwunderlich, dass die Statue keinen Kopf hat. Von der der alten Fruchtbarkeits- und Muttergottheit Aditi gibt es nur solche überlieferten Darstellungen. Maximal findet sich anstelle des Kopfes eine flache Lotosblüte. Es handelt sich wohl um eine Form der Depersonalisierung. Als wäre die Darstellung der Fruchtbarkeitsgöttin eine Klasse, von denen die Menschen lediglich Instanzen sind.
Die Analogie dieser Darstellung und ihrer reduzierten Form, dem Ankh, lässt vermuten, dass die Götterdarstellung per se eine Art Deutung des Ursprungs von Menschen ist, die aus einem göttlichen “Template” erschaffen wurden. Was ein Gesicht hat, ist menschlich, was kein Gesicht hat (oder von dem man sich eben kein Bild machen soll), gilt als das göttliche (hinter allen Instanzen stehende) Prinzip.
Da Aditi als “mighty” in den Veden steht halte ich es persönlich für wahrscheinlich, dass sie eine vor-arische Göttin war, die schon zur Zeit der Veden nur noch überliefert wurde (denn dort waren Prithivi und Dyauh Pita vorherrschend, wie im restlichen Europa). Ebensolche Hinweise gibt uns Aschera aus dem alten Testament.
Interessant jedenfalls, dass die älteste solche Darstellung nun mitten in Deutschland gefunden wurde. Wie man in Göbekli Tepe erkennen kann, ist bereits im 11. Jahrtausend vor Christus die Darstellung zu einer T-Form reduziert worden. Vielleicht hat die Darstellung der ursprünglichen Gottheit von der depersonalisierten, auf die rein fortpflanzungsreleventen Eigenschaften reduzierte, Darstellung ohne Kopf später einen Wandel zur T-Form (Körper mit ausgestreckten Armen) erhalten, der sowohl von den T-Pfeilern in Göbekli Tepe als auch von dem aus Ägypten bekannten Ankh überliefert ist.
Jedenfalls dürfte dieser Fund neuen Wind in die Diskussion des Götterhimmels bringen: Mit diesem Alter ist eine solche Form der Götterdarstellung jedenfalls früheren Ursprungs als die vedische Überlieferung, wesentlich älter als die Sphinx, wesentlich älter als die jüngste Diskussion um Sesshaftigkeit im Rahmen von Göbekli Tepe nahe legt, und wahrscheinlich ein Vorläufer der in der Gravettien-Kultur gefundenen Venus-Statuetten darstellt.
Mindestens genauso interessant ist ebenfalls der Fundort, der dem im späteren Herkynischen Wald gelegenen Alb-Donau-Kreis zu ein klein wenig mehr Mythos verhilft.
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